Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen

Einleitung

Rund die Hälfte der Bevölkerung in Österreich hat Übergewicht oder starkes Übergewicht. Starkes Übergewicht nennt man auch Adipositas. Übergewicht entwickelt sich meist über längere Zeit. Man kann jedoch gegensteuern: etwa durch Änderungen im Lebensstil wie gesunde Ernährung oder mehr Bewegung. Insbesondere starkes Übergewicht ist ein Risiko für die Gesundheit, z.B. für das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel oder die Gelenke. Die Behandlung von Adipositas reicht von Änderungen im Lebensstil über Medikamente bis hin zu einer Operation am Magen.

Diese Gesundheitsinformation bietet einen Überblick zum Thema Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen.

Was ist Übergewicht? Was ist Adipositas?

Menschen mit Übergewicht oder Adipositas haben zu viel Körpergewicht, als für ihre Körpergröße normal wäre. Adipositas ist starkes Übergewicht. Bei Übergewicht und Adipositas ist der Fettanteil im Körper übermäßig hoch.

Adipositas ist eine chronische Krankheit.

Wie häufig sind Übergewicht und Adipositas?

In Österreich hat rund die Hälfte der Menschen Übergewicht oder Adipositas. Das sind 5 von 10 Menschen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen: So haben 6 von 10 Männern Übergewicht oder Adipositas. Bei Frauen haben 4 von 10 Übergewicht oder Adipositas. 

Ältere Menschen in Österreich sind häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen: Rund 6 von 10 Menschen über 60 Jahre haben Übergewicht oder Adipositas.

Wie kommt es zu Übergewicht und Adipositas?

Übergewicht und Adipositas entstehen, wenn im Körper langfristig ein Überschuss an Energie besteht. Zum Beispiel, wenn über die Nahrung mehr Kalorien aufgenommen werden, als der Körper durch Bewegung und den Stoffwechsel verbrennt. So etwa bei einer unausgewogenen Ernährung in Kombination mit Bewegungsmangel. Der Überschuss an Energie wird dann hauptsächlich als Fettgewebe gespeichert. Übergewicht entwickelt sich in der Regel über längere Zeit.

Weitere Informationen finden Sie unter Der Energiebedarf des Körpers.

Ursachen und Risikofaktoren

Übergewicht entsteht nicht immer nur durch eine unausgewogene Ernährung oder zu wenig Bewegung. Meist spielen verschiedene Ursachen und Risikofaktoren zusammen. Auch die Gene, also die familiäre Veranlagung, haben Einfluss auf das Körpergewicht. Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass die Gene zu 40 bis 70 Prozent das Körpergewicht beeinflussen.

Ursachen und Risikofaktoren für Übergewicht sind u.a.:

  • unausgewogene Ernährung,
  • Mangel an Bewegung, überwiegend sitzende Lebensweise,
  • genetische Ursachen – angeborene Erkrankungen,
  • hormonelle Erkrankungen, wie z.B. Unterfunktion der Schilddrüse, PCO-Syndrom bei Frauen, Mangel an Testosteron bei Männern,
  • Einnahme bestimmter Medikamente, wie bei z.B. psychischen Krankheiten oder Diabetes. Auch das Medikament Kortison kann Übergewicht begünstigen,
  • psychische Faktoren, z.B. Essen als Belohnung, Essen aus Frust,
  • psychische Probleme oder Erkrankungen, z.B. Binge-Eating-StörungDepressionen,
  • übermäßiger Stress,
  • Schlafmangel,
  • Rauchstopp,
  • Menopause bei Frauen,
  • starkes Übergewicht der Mutter während der Schwangerschaft,
  • Verlauf der Schwangerschaft der Mutter, z.B. Diabetes in der Schwangerschaft,
  • übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sowie
  • Übergewicht im Kindesalter.

Aber auch das Umfeld, in dem jemand lebt, und die Ausbildung haben Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht. Unklar ist, ob auch die Darmflora zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas beiträgt.

Wie kann man Übergewicht und Adipositas vorbeugen?

Übergewicht und Adipositas ohne ursächliche Grunderkrankung kann in vielen Fällen vorgebeugt werden, indem ein gesundes Ernährungs‑ und Bewegungsverhalten erlernt und gefestigt wird. Besonders wichtig ist es, dieses Wissen bereits Kindern zu vermitteln. Prägend ist der Umgang mit Ernährung und Bewegung in der Familie, aber auch in z.B. Kindergarten oder Schule.

Auch das Berufsumfeld kann dabei unterstützen, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung im Alltag zu festigen. Etwa durch ein gesundes Angebot in z.B. der Kantine oder durch z.B. das Vorhandensein von Umkleiden und Duschen, um sich z.B. nach der Anfahrt mit dem Rad oder nach einer Laufrunde in einer Arbeitspause zu erfrischen.

Fachleute sagen auch, dass es helfen kann, wenn man Stress vermeidet und genug schläft. Die Ärztin oder der Arzt berät zudem zu möglichen weiteren, individuellen vorbeugenden Maßnahmen – wie etwa bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten.

Welche Folgen kann starkes Übergewicht haben?

Starkes Übergewicht und eine starke Fettansammlung um den Bauch können viele gesundheitliche Risiken bzw. Folgen haben. Es kommt zu Veränderungen im u.a. Fett-, Kohlenhydrat- sowie Hormon-Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, Hormon-Stoffwechsel sowie im Bewegungsapparat.

Mögliche gesundheitliche Folgen von starkem Übergewicht sind u.a.:

Weitere Organe, die durch starkes Übergewicht belastet werden, sind z.B. Leber, Gallenblase, Nieren, Magen und Speiseröhre. Starkes Übergewicht steht in Verbindung mit einem erhöhten Krebs-Risiko bei z.B. Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter, Brust oder Nieren. Auch Demenz kann mit starkem Übergewicht zusammenhängen.

Bei Infektionskrankheiten wie z.B. Covid-19Influenza kann es zu einem schweren Verlauf kommen. Nicht zuletzt ist bei starkem Übergewicht das Risiko für Unfälle erhöht, z.B. durch Stolpern.

Hinweis
  • Die Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und der Vorstufe von Diabetes nennen Fachleute Metabolisches Syndrom.

Psychische Belastung

Menschen mit Übergewicht und Adipositas sind oft einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt: Stigmatisierung, Vorurteile, abwertende Äußerungen oder unpassende Normen können die Betroffenen ausgrenzen oder benachteiligen. Body-Shaming, also die Herabwürdigung eines Menschen aufgrund der körperlichen Erscheinung, zeigt sich u.a. als Mobbing. Diese Belastungen können u.a. den Selbstwert sowie das Körperbild der Betroffenen beeinträchtigen und psychische Beschwerden wie z.B. Depressionen oder Angststörungen begünstigen.

Um negative Folgen für die psychische Gesundheit der Betroffenen zu vermeiden, empfehlen Fachleute im Umgang mit übergewichtigen Menschen u.a.:

  • eine respektvolle und wertschätzende Sprache verwenden,
  • keine Schuldzuweisungen oder abwertenden Bemerkungen machen,
  • die Verbesserung der Gesundheit betonen, nicht die Gewichtsreduktion,
  • keine Verbote oder strikten Regeln aufstellen.

Wie hoch ist das Gesundheitsrisiko?

Jede Person hat ihr eigenes Wohlfühlgewicht, das nicht unbedingt dem Normalgewicht entsprechen muss. Auch mit Übergewicht kann man insgesamt gesund sein. Starkes Übergewicht erhöht jedoch das Risiko, bestimmte Beschwerden oder Krankheiten zu entwickeln.

Ab wann genau Übergewicht der Gesundheit schadet, lässt sich nicht genau sagen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind uneinheitlich.

Das persönliche Gesundheitsrisiko einer Person mit starkem Übergewicht oder Adipositas wird von mehreren Faktoren beeinflusst, u.a.:

  • Wie ausgeprägt ist das Übergewicht?
  • Wie lange besteht das starke Übergewicht?
  • Liegen weitere Risikofaktoren vor? z.B. RauchenAlkohol

Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann das persönliche Risiko von Folgeerkrankungen bei Übergewicht oder Adipositas genau beurteilen. Neben dem Körpergewicht werden dafür weitere Faktoren betrachtet: So etwa z.B. der Blutdruck, der Blutzucker, die Blutfett-, Leber- oder Nierenwerte.

Menschen mit Adipositas haben eine geringere Lebenserwartung als Menschen mit normalem Gewicht. Auch das Alter und das Geschlecht spielen eine Rolle: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko zu sterben. Außerdem ist dieses Risiko bei Männern mit Adipositas höher als bei Frauen.

Was können Betroffene selbst tun?

Menschen mit Übergewicht können selbst etwas zu einem gesunden Körpergewicht beitragen. Etwa indem im Alltag Anpassungen im Lebensstil gemacht werden. Dazu zählen u.a. der Umgang mit Stress, ausreichend Schlaf sowie gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Beim Abnehmen geht es darum, langfristig jene Gewohnheiten zu verändern, die zum Übergewicht geführt haben.

Ernährung

Wichtige Maßnahmen für ein gesundes Ernährungsverhalten sind u.a.:

  • eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung.
  • eine ausreichende Ballaststoffzufuhr, z.B. mit Vollkornprodukten, viel Gemüse und Obst,
  • möglichst wenig hochverarbeitete Lebensmittel mit hoher Energiedichte verzehren, z.B. Chips, Knabbereien, Burger, Süßigkeiten, Nuss-Nougat-Creme,
  • möglichst wenig mit Zucker gesüßte Getränke trinken,
  • wenig oder gar keinen Alkohol trinken,
  • ein regelmäßiger Mahlzeiten-Rhythmus, d.h. 3 Hauptmahlzeiten, 1 bis 2 Zwischenmahlzeiten,
  • Anrichten von kleineren Portionen,
  • langsames Essen und ausreichend Kauen ,
  • bewusstes Essen ohne Ablenkungen durch Fernsehen, Smart-Phone oder Arbeit,
  • auf das Sättigungsgefühl achten,
  • Einkäufe im Supermarkt sowie Mahlzeiten planen,

Weitere Informationen finden Sie unter:

Bewegung

Wichtige Maßnahmen für ein gesundes Bewegungsverhalten sind u.a.:

  • mindestens 150 Minuten Bewegung mit mittlerer Anstrengung pro Woche, das sind 2,5 Stunden,
  • geeignete Sportarten sind z.B. Spazierengehen, schnelleres Gehen, Nordic WalkingRadfahren im Alltag, im Garten arbeiten, Wassergymnastik, SchwimmenTanzen etc.,
  • weniger Sitzen im Alltag,
  • Bewegung im Alltag einbauen wie z.B.
    • Stiegen steigen statt Lift oder Rolltreppe,
    • Radfahren statt Autofahren,
    • Zufußgehen statt Straßenbahn etc.

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Stress und Schlaf

Zeitmanagement und ausreichend Erholung im Alltag unterstützen einen gesunden Lebensstil. Wesentlich ist auch ein erholsamer und ausreichender Schlaf.

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Vorsorgeuntersuchung und Beratung

Jährliche Vorsorgeuntersuchungen bei Ärztinnen und Ärzte geben erste Hinweise für Einschränkungen der Gesundheit oder Erkrankungen. Die Ärztin oder der Arzt kann auf weitere Vorsorgeuntersuchungen oder Beratungen verweisen.

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Wie erfolgt die Diagnose von Adipositas?

Die Ärztin oder der Arzt wird sich im Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten über das Körpergewicht und dessen Verlauf informieren. Sie oder er wird das Körpergewicht und die Körpergröße messen und den Body-Mass-Index, kurz: BMI, bestimmen. So kann die Ärztin oder der Arzt beurteilen, ob Normalgewicht, Übergewicht oder Adipositas besteht. Übergewicht besteht ab einem BMI von 25, Adipositas ab einem BMI von 30. Eventuell wird auch der Bauch- und der Hüftumfang gemessen. Auch der Anteil von Fett- und Muskelmasse kann ermittelt werden, z.B. mit einer Bio-Impedanz-Analyse.

Die Ärztin oder der Arzt wird sich im Gespräch über mögliche bestehende Erkrankungen sowie über das Ernährungs- und Bewegungsverhalten erkundigen. Sie oder er wird auch fragen, ob in der Familie Übergewicht oder Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder der Schilddrüse bestehen. Im Zuge der Diagnose werden auch mögliche medizinische Ursachen für das Übergewicht bzw. der Adipositas abgeklärt.

Bei einer körperlichen Untersuchung wird die Ärztin oder der Arzt u.a. den Blutdruck messen oder auch den Bauch abtasten. Zudem wird sie oder er eine Blutuntersuchung vorschlagen auf u.a. Blutfette, Blutzucker sowie weitere Messgrößen wie z.B. GPTTSH. Auch eine ärztliche Überweisung zu Fachärztinnen oder Fachärzten kann folgen, z.B. Kardiologie.

Bei Verdacht auf eine Essstörung, wie z.B. Binge-Eating-Störung, kann die Ärztin oder der Arzt auch an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten oder an eine klinische Psychologin oder einen klinischen Psychologen verweisen.

Wie wird das Körpergewicht beurteilt?

Zur Beurteilung des Körpergewichts bei Erwachsenen wird der Body-Mass-Index, auch: BMI, verwendet. Dieser ergibt sich aus dem Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Der BMI kann manchmal allerdings ungenau sein. Denn: Der BMI berücksichtigt die Zusammensetzung des Körpers nicht, wie z.B. Fettverteilung, Muskelanteil.

Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann daher den genauen Gesundheitszustand einer Person einschätzen, da der BMI allein viele wichtige Faktoren nicht berücksichtigt.

Der BMI berechnet sich wie folgt:

Body-Mass-Index (kg/m²) = Körpergewicht in Kilogramm : (Körpergröße in Meter x Körpergröße in Meter.

Beim Body-Mass-Index gibt es folgende Einteilung (WHO, 2025):

BMI < 18,5Untergewicht
BMI 18,5–24,9Normalgewicht
BMI 25–29,9Übergewicht
BMI 30–34,9Adipositas Grad 1
BMI 35–39,9Adipositas Grad 2
BMI ≥ 40Adipositas Grad 3
Hinweis

Fettverteilungsmuster

Wichtig ist auch die Fettverteilung im Körper: So ist eine Fettansammlung am Bauch mit einem höheren Risiko für v.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Fachleute sprechen dabei von abdomineller oder viszeraler Adipositas, kurz: bauchbetonte Adipositas. Diese ist umgangssprachlich auch als Apfeltyp bekannt. Eine Fettansammlung an Gesäß und Beinen hingegen ist weniger mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Man kennt diese Fettverteilung unter dem Begriff Birnentyp.

Bauchumfang

Ein einfaches Maß zur Beurteilung der Fettansammlung am Bauch ist der Bauchumfang. Man sagt auch Taillenumfang dazu. Bei der Messung des Bauchumfanges ergibt sich folgende Einteilung:

 FrauenMänner
bauchbetontes Übergewichtüber 80über 94
bauchbetonte Adipositasüber 88über 102

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Die Behandlung von starkem Übergewicht ist individuell ausgerichtet und zielt auf eine langfristige Gewichtsabnahme ab. Bereits eine mäßige Gewichtsabnahme kann die Gesundheit verbessern und wird durch ein Team von verschiedenen Gesundheitsfachkräften unterstützt.

Die Ärztin oder der Arzt bespricht mit der Patientin oder dem Patienten die individuellen Therapieziele. Es ist für den Erfolg der Behandlung wichtig, dass diese realistisch und an die jeweilige Person angepasst sind. Die Ärztin oder der Arzt berücksichtigt dabei auch mögliche weitere vorhandene Erkrankungen bzw. Ursachen der Adipositas. Bestehen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette, kann die Ärztin oder der Arzt weitere Behandlungen vorschlagen.

Langfristige Gewichtsabnahme

Im Mittelpunkt der Behandlung bei Übergewicht und Adipositas steht eine langfristige Gewichtsabnahme. Zu Beginn stehen meist Änderungen im Lebensstil im Vordergrund. Dabei werden die Betroffenen von einem Team aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, z.B. Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Diätologie, PhysiotherapiePsychotherapieklinische Psychologie begleitet. Vielen hilft zudem der Austausch in einer Selbsthilfegruppe.

Gemeinsam mit Gesundheitsfachkräften erarbeiten die Betroffenen alltagstaugliche Strategien zu den Bereichen, u.a.

  • Ernährung,
  • Bewegung sowie
  • Verhalten und Psyche.

Wenn Änderungen im Lebensstil nicht ausreichen oder eine schwere Adipositas vorliegt, gibt es ergänzend weitere Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B.

  • bestimmte Medikamente oder
  • Operationen am Magen.
Hinweis
  • Die Ärztin oder der Arzt informiert zu Nutzen sowie Risiken von Medikamenten und Operationen und deren Kontraindikationen.

Was bringt eine Gewichtsabnahme für die Gesundheit?

Eine Gewichtsabnahme bei starkem Übergewicht bringt zahlreiche Vorteile für die Gesundheit. Zum Beispiel:

  • Das Risiko für Diabetes sinkt.
  • Der Blutdruck kann sich verbessern.
  • Die Blutfettwerte können sich verbessern.
  • Es kommt seltener zu Harninkontinenz.
  • Die Atmung verbessert sich, z.B. weniger Schlafapnoe.
  • Es kommt zu weniger depressiven Beschwerden.
  • Insgesamt verbessert sich die Lebensqualität, u.a. kann man sich fitter fühlen, und Bewegung fällt auch wieder leichter.

Wie viel soll man abnehmen?

Fachleute empfehlen bei Übergewicht oder Adipositas eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts innerhalb von 6 bis 12 Monaten. Das entspricht bei einem z.B. 100 kg schweren Menschen einer Gewichtsabnahme von 5 bis 10 kg in einem halben bis einem Jahr.

Hinweis
  • Bereits ab einer Gewichtsabnahme von 5 Prozent verbessern sich Risikofaktoren bzw. Erkrankungen wie z.B. erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck sowie Diabetes Typ 2.

Es ist wesentlich, nicht zu schnell viel an Gewicht verlieren. Das kann auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, wie z.B. Gallenstein-Erkrankungen oder einer Abnahme der Knochendichte. Eine gute Orientierung ist eine Gewichtsabnahme von ca. einem halben Kilogramm pro Woche.

Es ist also Geduld gefragt beim Abnehmen. Frauen nehmen meist etwas langsamer ab als Männer. Mit höherem Alter nimmt man auch etwas langsamer ab.

Ernährungstherapie

Eine Ernährungstherapie unterstützt dabei, eine gesunde, ausgewogene Ernährung umzusetzen. Neben den vielen gesundheitlichen Vorteilen einer ausgewogenen Ernährung, werden weniger Kalorien aufgenommen und das Abnehmen wird erleichtert. Ziel ist es, die Ernährung langfristig umzustellen, auch um ein gesundes Körpergewicht halten zu können.

Im Mittelpunkt stehen dabei u.a.:

  • alltagstaugliche Veränderungen der Ess- und Trinkgewohnheiten,
  • eine ausgewogene Auswahl an Nahrungsmitteln,
  • regelmäßige Mahlzeiten und ein
  • bewusster Umgang mit Portionsgrößen.

Gemeinsam werden persönliche Ziele festgelegt und Strategien entwickelt, um gesundheitsfördernde Routinen langfristig zu verankern. Das kann als Einzel- oder Gruppenberatung erfolgen. Die Ärztin oder der Arzt und Ernährungsfachkräfte beraten, welche Maßnahmen zu einer ausgewogenen Ernährung verhelfen.

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Bewegung und Physiotherapie

Körperliche Bewegung ist eine wichtige Ergänzung beim Abnehmen. Doch: Ein Mehr an Bewegung alleine genügt bei starkem Übergewicht meist nicht, um genug abzunehmen.

Ausreichend Bewegung beim Abnehmen hat folgende Auswirkungen, u.a.:

  • Der Fettanteil im Körper verringert sich.
  • Hilft gegen einen übermäßigen Verlust an Muskelmasse.
  • Hilft gegen eine Verringerung der Knochendichte.
  • Der Blutzucker verbessert sich, das hilft gegen Diabetes Typ 2.
  • Die Blutfettwerte verbessern sich, das hilft gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Der Blutdruck verbessert sich, das hilft ebenso gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Die Blutgerinnung verbessert sich, das hilft u.a. gegen Thrombosen.
  • Die Lungenfunktion verbessert sich.

In Bewegungskursen oder -einheiten beschäftigen sich die Betroffenen zudem mit Fragen wie z.B.:

  • Wie kann Bewegung in den Alltag eingebaut werden?
  • Welcher Sport ist bei Übergewicht geeignet?
  • Ausdauer- oder Kraftsport zum Abnehmen?

Für Menschen mit starkem Übergewicht eignen sich eher Ausdauersportarten, die die Gelenke schonen, z.B. Schwimmen oder Radfahren. Mit steigender Fitness können weitere Sportarten dazukommen. Ergänzend zum Ausdauersport sollte auch Kraftsport gemacht werden. Die Ärztin oder der Arzt, die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut beraten, welcher Sport am geeignetsten ist.

Auch nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme sollten weiterhin ausreichend Bewegung und körperliche Aktivität am Programm stehen. Denn: Körperliche Bewegung unterstützt dabei, das neue Körpergewicht besser halten zu können.

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Psyche und Verhaltensänderung

Begleitende Maßnahmen zur Verhaltensänderung – einzeln oder in der Gruppe – sind von großer Bedeutung bei der Behandlung von Adipositas. Dabei geht es u.a. um

  • die Selbstbeobachtung von Verhalten und Fortschritt,
  • das Erlernen von Strategien zum Umgang mit Nahrungsmitteln und Essen,
  • den gezielten Einsatz von Belohnungen,
  • den Umgang mit Rückschlägen beim Gewichtsmanagement sowie
  • mögliche ausgleichende Tätigkeiten in der Freizeit.

Das Einbeziehen des nahen Umfelds unterstützt die Betroffenen.

Eine kognitive Verhaltenstherapie  bzw. psychotherapeutische Ansätze aus der Verhaltenstherapie helfen den Betroffenen, u.a. Denkmuster und Gewohnheiten zu hinterfragen, zu verändern oder abzulegen. Dabei kann es auch u.a. um den Umgang mit Stress, Frustration bzw. Gefühlen gehen. Die Betroffenen erlernen u.a. wie herausfordernde Situationen im Alltag gut bewältigt werden können.

Fachleute empfehlen eine Verhaltenstherapie oder auch andere Methoden der Psychotherapie vor allem im Zusammenhang mit psychischen Problemen bzw. Begleiterkrankungen. Bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung, wie z.B. Ess-Störung mit Essanfällen oder Depressionen, erfolgt eine Behandlung sowie Aufklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten bzw. eine klinische Psychologin oder einen klinischen Psychologen.

Diäten, Nahrungsergänzungen und Apps

Diäten

Es gibt zahlreiche Diäten und Methoden zur Gewichtsabnahme. Ob und wie diese für eine langfristige Gewichtsabnahme geeignet sind und welche Auswirkung sie auf die Gesundheit haben, ist sehr unterschiedlich untersucht.

Wissenschaftlich betrachtet ist keine Methode einer anderen überlegen: Alle Methoden zeigen hinsichtlich einer Gewichtsabnahme ähnliche Ergebnisse wie eine herkömmliche Zurückhaltung beim Essen. Entscheidend ist beim Abnehmen, dass weniger Kalorien aufgenommen werden, als der Körper verbraucht.

Für die Gewichtsabnahme macht es keinen Unterschied, ob man:

  • feste Essens- und Fastenzeiten einhält, z.B. Intervallfasten, 
  • sich proteinreich ernährt, z.B. High Protein,
  • eine fettarme Ernährung wählt, z.B. Low-Fat,
  • die Kohlenhydrate reduziert, z.B. Low-Carb oder
  • auf einen niedrigem glykämischen Index in der Ernährung achtet.

Fachleute raten anstatt einseitiger Diäten oder Abnehmprogramme eher zu einer langfristigen Umstellung der Ernährung und Bewegung. Beides sollte individuelle Vorlieben berücksichtigen und kann so besser im Alltag umgesetzt und auch durchgehalten werden.

Viele Diäten oder Methoden sind sehr einseitig und nicht als Dauer-Ernährung geeignet. Manche haben auch Nebenwirkungen wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Muskelkrämpfe bis hin zu Nierenproblemen.

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Nahrungsergänzungen

Zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel oder Präparate sollen beim Abnehmen helfen – so die Versprechungen. Doch Fachleute raten von der Einnahme derartiger Mittel ab, da diese keine nachgewiesene Wirkung haben oder für die Gesundheit nicht sicher sind.

Präparate oder Nahrungsergänzungen ohne wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung zum Abnehmen sind z.B.:

  • Apfelessig als z.B. Getränk oder Kapsel,
  • Probiotika wie z.B. Laktobazillen,
  • Chitosan, aus Schalen von Krustentieren wie z.B. Krabben oder Pilzen gewonnen,
  • Spirulina, aus Blaualgen.

Apps und digitale Tools

Zahlreiche Abnehm-Apps und digitale Tools bieten interaktive Lerninhalte, persönliche Einstellungen uvm. Apps und digitale Tools sind z.B. Programme am Smartphone mit Tipps, Kalorienlisten, Möglichkeit zum Eintragen von Kalorien oder Aktivitätsmesser, Schrittzähler etc.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen allerdings, dass Apps und digitale Tools den Erfolg einer Gewichtsabnahme nicht steigern. Sie können eine Gewichtsabnahme zwar unterstützen, indem sie z.B. die Selbstbeobachtung erleichtern oder die Motivation steigern. Aber: Apps und digitale Tools sind kein Ersatz für eine persönliche Betreuung durch medizinisches Fachpersonal oder Ernährungsfachkräfte. Eine gute, wirkungsvolle andere Möglichkeit ist der Austausch und Kontakt mit Fachkräften über das Telefon oder Internet, z.B. Telefon-Beratung oder Online-Treffen.

Medikamente zum Abnehmen

Haben alle bisherigen Behandlungen keinen oder nicht ausreichend Erfolg gebracht, kann die Ärztin oder der Arzt ein Medikament zum Abnehmen empfehlen. Medikamente können allerdings nur eine Ergänzung zu Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensänderungen sein.

Die meisten Medikamente zum Abnehmen beeinflussen den Hunger und die Sättigung. Manche haben direkt Einfluss auf die Verdauung. Alle Medikamente zum Abnehmen haben auch Nebenwirkungen. Eine langfristige Anwendung ist für einen Behandlungserfolg notwendig.

Medikamente zum Abnehmen gibt es für Menschen mit z.B.:

  • BMI ab 30 kg/m² ,
  • BMI ab 27 kg/m² und zusätzlichem Risikofaktor wie z.B. Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette.

Medikamente zum Abnehmen gibt es als Injektion, bekannt auch als Abnehmspritze, oder als Tablette zum Einnehmen.

Hinweis
  • Die Ärztin oder der Arzt informiert ausführlich, welches Medikament für die Betroffene oder den Betroffenen am besten geeignet ist, sowie zu Anwendungsdauer, möglichen Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen und der richtigen Anwendung.

Liraglutid

Dieser Wirkstoff hemmt den Hunger und verstärkt die Sättigung. So essen Personen weniger. Liraglutid wird einmal am Tag selbst unter die Haut gespritzt. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit. Bei Personen, die Diabetes-Medikamente einnehmen, kann Liraglutid leichter zu einem Unterzucker im Blut kommen.

Mit Liraglutid nehmen ca. 60 von 100 Personen innerhalb eines Jahres ca. 5 Prozent an Gewicht ab. Das sind z.B. bei einer 100 kg schweren Person 5 kg. Eine von 3 Personen kann bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg.                                                  

Semaglutid

Dieser Wirkstoff ahmt ein Hormon nach, das natürlicherweise im Darm vorkommt. Es hat Einfluss auf den Blutzucker und hemmt den Hunger. Semaglutid wird einmal in der Woche selbst gespritzt oder als Tablette eingenommen. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Bei Personen, die Diabetes-Medikamente einnehmen, kann Semaglutid leichter zu einem Unterzucker im Blut kommen.

Mit Semaglutid nehmen 79 von 100 Personen innerhalb eines Jahres ca. fünf Prozent an Gewicht ab. Das sind z.B. bei einer 100 kg schweren Person 5 kg. 61 von 100 Personen können bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg.

Tirzepatid

Dieser Wirkstoff ahmt zwei Hormone nach, die natürlicherweise im Darm vorkommen. Es beeinflusst den Hunger und die Sättigung, die Magenentleerung, den Blutzucker und den Stoffwechsel. Tirzepatid wird einmal wöchentlich selbst gespritzt. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Verdauungsprobleme. Bei Personen, die Diabetes-Medikamente einnehmen, kann Tirzepatid leichter zu einem Unterzucker im Blut führen.

Orlistat

Dieser Wirkstoff hemmt die Verdauung von Nahrungsfetten. Der Körper nimmt so weniger Fett auf und scheidet es quasi unverdaut wieder aus. Orlistat wird als Tablette dreimal täglich zu den Mahlzeiten eingenommen. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. häufiger Stuhldrang, fettiger oder öliger Stuhl, Blähungen. Orlistat kann im Körper die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen hemmen, z.B. Vitamin A, D, E und K. Es kann im Körper auch die Aufnahme bestimmter Medikamente vermindern, z.B. Medikamente mit Schilddrüsen-Hormonen.

Mit Orlistat nimmt rund die Hälfte der Personen innerhalb eines Jahres ca. 5 Prozent an Gewicht ab. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 5 kg. Rund eine von vier Personen kann bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg. Unter der Einnahme von Orlistat verbessert sich häufig der LDL-Cholesterin-Spiegel im Blut.

Bupropion/Naltrexon

Diese beiden Wirkstoffe sind als Kombinationspräparat verfügbar. Beide Wirkstoffe hemmen das Hungergefühl. Bupropion und Naltrexon werden als Tablette täglich eingenommen. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen sowie Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlaflosigkeit.

Mit der Kombination aus Bupropion und Naltrexon nehmen 65 von 100 Personen innerhalb eines Jahres ca. 5 Prozent an Gewicht ab. Das sind z.B. bei einer 100 kg schweren Person 5 kg. 38 von 100 Personen können bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg.

Operation zum Abnehmen

Die Möglichkeit einer Operation zum Abnehmen besteht, wenn alle bisherigen Behandlungsmöglichkeiten keinen oder nicht ausreichend Erfolg gebracht haben. Ein solcher Eingriff kommt auch infrage, wenn sich Begleiterkrankungen nicht bessern.

Eine Operation zum Abnehmen kann in Erwägung gezogen werden bei z.B.:

  • BMI ab 35 kg/m²,
  • BMI ab 30 kg/m² und Diabetes Typ 2 oder anderen Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte.

Operationen zum Abnehmen erfolgen meist minimal-invasiv, das bedeutet über kleinste Hautschnitte und mithilfe einer Kamera. Fachleute nennen so eine Operation auch bariatrische Operation oder metabolische Operation.

Nach einer Operation zum Abnehmen kann die Patientin oder der Patient nur mehr weniger essen, oder die Verdauung wird verändert. Das hat in der Regel einen günstigen Einfluss auf die Gesundheit, u.a. auf bestehende Begleiterkrankungen wie z.B. Typ-2-Diabetes.

Hinweis
  • Die Ärztin oder der Arzt informiert ausführlich zu Voraussetzungen, Nutzen und Risiken einer Operation zum Abnehmen.

Welche Operationen gibt es?

Folgende Operationen am Magen stehen zur Verfügung, u.a.:

Magenverkleinerung

Bei diesem Eingriff werden Teile des Magens entfernt und der verbleibende Anteil umgeformt. Der Magen hat danach eine schlauchähnliche Form. Man nennt diese Art der Operation daher auch Schlauchmagen-Operation. Mit einem Schlauchmagen können nur mehr kleinere Nahrungsmengen gegessen werden. Dieser Eingriff kann nicht rückgängig gemacht werden. Fachleute sprechen dabei von einer Sleeve-Gastrektomie.

Mögliche Nebenwirkungen oder Folgen eines Schlauchmagens sind z.B. Reflux-Erkrankung,

Magenbypass

Bei einem Magenbypass werden große Anteile der Verdauung umgangen. Ein Bypass ist eine Art Umleitung. Bei diesem Eingriff werden zusätzlich zu einer Verkleinerung des Magens Teile des Darms verkürzt, v.a. der Zwölffingerdarm und der Dünndarm. Der Körper nimmt so weniger Energie aus der Nahrung auf.

Mögliche Nebenwirkungen oder Folgen eines Magenbypasses sind z.B. starke Veränderungen im Blutzuckerspiegel. Untersuchungen des Verdauungstraktes mit Kontrastmittel sind nach einer solchen Operation nicht mehr möglich.

Magenband

Das Setzen eines Magenbands wird aufgrund neuerer Operationsmethoden immer seltener durchgeführt. Dabei wird der Magen mit einem elastischen Band verkleinert. Das Band kann über einen äußeren Zugang enger oder weiter gestellt werden. Dieser Eingriff kann rückgängig gemacht werden.

Fettabsaugung

Eine Fettabsaugung ist bei Adipositas keine Behandlungsmöglichkeit. Eine Fettabsaugung bewirkt keine Veränderung der Kalorienaufnahme und hat keinen nachgewiesenen Nutzen für die Gesundheit.

Mögliche Folgen einer Operation

Dem Nutzen der Gewichtsabnahme stehen weitere mögliche unerwünschte Auswirkungen durch eine Magenoperation gegenüber. So ist etwa zumeist die lebenslange Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe nötig.

Mögliche Folgen und Auswirkungen einer Magenoperation sind u.a.:

  • Schwierigkeiten bei oder nach der Operation,
  • erforderliche Nachoperationen,
  • Mangelerscheinungen: beeinträchtige Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, z.B. KalziumVitamin DVitamin B12FolsäureEisenSelenZink,
  • Beschwerden wie z.B. Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen nach dem Essen,
  • Beschwerden nach zuckerreichen Speisen, großen Portionen oder zu schnellem Essen. Fachleute sprechen dabei von einem Dumping-Syndrom;
  • Gallensteine durch rasche Gewichtsabnahme.

Nach einer Magenoperation ist in der Regel eine langfristige Nachsorge durch medizinisches Fachpersonal erforderlich. Die Kontrollen umfassen dabei u.a.:

  • Gewichtsentwicklung,
  • Blutuntersuchungen,
  • Kontrolle auf Mangelerscheinungen,
  • Kontrolle der Knochendichte.

Nach einer Magenoperation sollten Frauen mit einer Schwangerschaft 1 bis 2 Jahre warten.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Früherkennung gibt es folgende Möglichkeiten: 

Zur Abklärung und Diagnose von Übergewicht oder Adipositas können Sie sich z.B. an folgende Stellen wenden:

Für die Behandlung und Beratung können folgende Stellen hilfreich sein:

Weitere Gesundheitsberufe können in die Behandlung eingebunden sein – etwa aus klinischer Psychologie oder Psychotherapie.

Angebote und Programme für Gewichtsmanagement, gesunde Ernährung, Bewegung:

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Früherkennung gibt es folgende Möglichkeiten: 

Zur Abklärung und Diagnose von Übergewicht oder Adipositas können Sie sich z.B. an folgende Stellen wenden:

Für die Behandlung und Beratung können folgende Stellen hilfreich sein:

Weitere Gesundheitsberufe können in die Behandlung eingebunden sein – etwa aus klinischer Psychologie oder Psychotherapie.

Angebote und Programme für Gewichtsmanagement, gesunde Ernährung, Bewegung:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

AMBOSS (2026): Metabolisches Syndrom. Online abgerufen im März 2026 unter www.amboss.com
AMBOSS (2026): Übersicht Ernährung (Vorklinik) Absatz Body Mass Index. Online abgerufen im März 2026 unter www.amboss.com
Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. (2024): S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas. AWMF-online. Registernummer 050-001. Online abgerufen im April 2026 unter www.awmf.org
Fonds Gesundes Österreich, BMASGPK (2020): Österreichische Bewegungsempfehlungen Erwachsene. Online abgerufen im April 2026 unter www.fgoe.org
Gesundheitsatlas, österreichischer (2019): Adipositas: Prävalenz. Online abgerufen im März 2026 unter www.gesundheitsatlas.at
Gesundheitsatlas, österreichischer (2019): Übergewicht und Adipositas: Prävalenz. Online abgerufen im März 2026 unter www.gesundheitsatlas.at
Herold Innere Medizin Online (2025): Adipositas. Online abgerufen im März 2026 unter www.pschyrembel.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2022): Starkes Übergewicht (Adipositas). Online abgerufen im März 2026 unter www.gesundheitsinformation.de
Perreault, L. et al. (2026): Obesity in adults: Prevalence, screening, and evaluation. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
Perreault, L.; et al. (2026): Obesity in adults: Etiologies and risk factors. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
Perreault, L.; et al. (2026): Overweight and obesity in adults: Health consequences. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
Pietiläinen, K. (2025): Konservative (nicht-chirurgische) Behandlung der Adipositas. EbM-Guidelines. Online abgerufen im März 2026 unter www.ebm-guidelines.at
Stiftung Gesundheitswissen (2023): Folgeerkrankungen von Adipositas. Online abgerufen im März 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
Stiftung Gesundheitswissen (2023): BMI-Wert berechnen: Habe ich Adipositas? Online abgerufen im März 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
Stiftung Gesundheitswissen (2023): Was ist Adipositas? Online abgerufen im März 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
Up To Date (2026): Patient education: Health risks of obesity (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
Up To Date (2026): Patient education: Understanding body mass index (BMI) (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
Up To Date (2026): Patient education: Weight loss treatments (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
WHO (2025): Nutrition for a healthy life – WHO recommendations. Online abgerufen im März 2026 unter www.who.int
Wissen was wirkt (2020): Übergewicht : Darf’s auch ein bisschen mehr sein? Online abgerufen im März 2026 unter www.wissenwaswirkt.org

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Gesundheitsinformation aktualisiert am 18. Juni 2026
Nächste geplante Aktualisierung: 2029
Inhalte auf evi.at aktualisiert: 23. Juni 2026

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